In Tansania und Sambia wurden versteinerte Überreste von Tieren gefunden, die auf dem einzigen Superkontinent Pangäa lebten – kurz vor dem größten Massenaussterben der Erdgeschichte. Die Ausgrabungen und Forschungsarbeiten wurden über mehr als 15 Jahre von einem internationalen Wissenschaftsteam durchgeführt, geleitet von Fachleuten der University of Washington und des Field Museum of Natural History.
Die Funde stammen aus dem späten Perm, das vor 299 Millionen Jahren begann, 47 Millionen Jahre dauerte und mit dem sogenannten „Great Dying“ endete – dem Aussterben von 70% der Landtiere und 80% der marinen Arten.
„Dieses Massenaussterben war nicht weniger als eine Katastrophe für das Leben auf der Erde und veränderte den Verlauf der Evolution … Doch uns fehlt ein umfassendes Bild davon, welche Arten überlebten, welche nicht – und warum“, sagte Christian Sidor, Professor für Biologie an der University of Washington.
Bislang galt das Karoo-Becken in Südafrika als bester Ort, um das Perm zu erforschen. Dort ist der Fossilbestand aus der Zeit vor und nach dem Massenaussterben nahezu vollständig erhalten. Nun hat sich die geografische Perspektive erweitert.
In den vergangenen 17 Jahren wurden umfangreiche Ausgrabungen in 3 Becken durchgeführt: Ruhuhu in Tansania sowie Luangwa und Mid-Zambezi in Sambia. Zu den Funden zählen Überreste säbelzähniger Raubtiere, grabender Pflanzenfresser und eines großen, salamanderähnlichen Tieres. Alle wurden in einer kürzlich veröffentlichten Artikelreihe auf der Website des Journal of Vertebrate Paleontology detailliert beschrieben.
Dem Professor zufolge ist die Zahl der Fossilien so groß und ihr Erhaltungszustand so gut, dass Forschende künftig auf Artebene statt nur nach übergeordneten Gruppen arbeiten können. Dadurch entsteht ein deutlich präziseres Bild jener Epoche.
Bemerkenswert ist, dass dies bei Weitem nicht die ersten und einzigen Feldstudien in Tansania sind. Seit 1906 wurden hier zahlreiche Dinosaurierknochen gefunden. Ein Fundort ragt besonders heraus: Tendaguru im Südosten, 60 km vom Indischen Ozean entfernt. Anfang des 20. Jahrhunderts sammelten Wissenschaftler dort innerhalb weniger Jahre 250 Tonnen versteinerter Überreste. Altezza Travel hat dies im Artikel „Dinosaurier Tansanias.“ ausführlich dargestellt.
Tansania wird häufig auch als „Wiege der Menschheit“ bezeichnet, obwohl dieser Titel offiziell den Höhlen in der südafrikanischen Provinz Gauteng gehört. Dort wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Überreste früher menschlicher Vorfahren gefunden, die auf ein Alter von 4,5 Millionen bis 2,5 Millionen Jahren datiert werden. Ähnliche Entdeckungen gab es auch in Tansania, besonders in der Olduvai-Schlucht im Ngorongoro-Schutzgebiet. 1960 legten Anthropologen die Überreste eines zuvor unbekannten Hominiden frei, der später als Homo habilis – „geschickter Mensch“ – identifiziert wurde, der erste Vertreter der Gattung Homo.
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