Wie viele Tage braucht man wirklich für eine Safari in Tansania? Warum ist es meist ein Fehler, alle ein oder zwei Tage den Nationalpark zu wechseln? Und was sollte man vor der Abreise unbedingt einpacken?
Hallo, ich bin Georgia Fowkes. Ich war schon oft in Tansania und habe alle großen Nationalparks des Landes besucht. In dieser Kolumne für Altezza Travel teile ich, was ich vor meiner allerersten Safari gern gewusst hätte. Dazu kommen praktische Safari-Tipps für Tansania, die dir bei der Planung deiner Reise helfen sollen.
Sicherer als Reisen in viele Städte in Europa und den USA
Tansania gilt als eines der sichersten Länder Afrikas. Die Kriminalitätsrate ist niedriger als in vielen Städten in Europa, Südostasien, Lateinamerika und den USA. Das liegt auch an der Art des Reisens. Am Flughafen wirst du von einem Vertreter des gebuchten Anbieters empfangen. Fast alle weiteren Wege im Land legst du mit einem Fahrer oder Guide zurück.
Ein wichtiger Punkt für die Sicherheit auf Safari in Tansania ist daher die Wahl eines seriösen Reiseveranstalters. Er sorgt dafür, dass alle Teile der Reise gut organisiert sind und ohne unnötigen Stress ablaufen.
In den Nationalparks selbst gibt es kaum Grund zur Sorge. Weite Savannen, frei lebende Tiere und freundliches Lodge-Personal, das sich um dein Wohl kümmert.
In Städten wie Arusha oder auf Sansibar reichen die gleichen Grundregeln wie in New York, Paris oder London. Meide nachts Gegenden ohne Tourismus. Achte in belebten Bereichen auf deine Wertsachen. Tansania gilt auch für allein reisende Frauen als sicher.
Safari-Programme und Hotels gibt es für jedes Budget
Viele glauben, dass eine Safari in Tansania grundsätzlich sehr teuer ist. Das stimmt zum Teil, ist aber oft übertrieben.
Ein Flug aus Europa oder den USA auf einen anderen Kontinent kostet mehr als ein Strandurlaub in der Nähe. Abgesehen vom Flug hast du aber viel Spielraum bei den Ausgaben. Es ist gut möglich, Safari-Programme und angenehme Unterkünfte zu finden, die zum eigenen Budget passen.
In Tansania gibt es Unterkünfte in allen Preisklassen. Das reicht von einfachen Zeltcamps bis zu sehr luxuriösen Lodges wie Four Seasons, andBeyond, Singita oder One Nature. Dort können die Preise pro Nacht bei 3.000 bis 5.000 US-Dollar liegen. Oft sind private Pools und persönlicher Service inklusive.
Auf meiner letzten Reise habe ich in Lodges der mittleren Kategorie übernachtet: im Karibu Camps Lion’s Paw im Ngorongoro-Schutzgebiet, im Karibu Camps Elephant Springs im Tarangire-Nationalpark und im Awali Serengeti im Serengeti-Nationalpark. Alle boten gemütliche Zimmer, sehr gutes Essen und beeindruckende Ausblicke.
Für Safari-Programme gilt das Gleiche. Lokale Veranstalter bieten günstige Gruppenreisen von wenigen Tagen ebenso an wie individuell geplante Premium-Reisen mit hohem Komfort. Unabhängig vom Budget kommen alle aus dem gleichen Grund nach Tansania: wegen der weiten Savanne und der besonderen Begegnungen mit wilden Tieren.
Die Qualität einer Safari hängt direkt vom Reiseveranstalter ab
Tansania ist sicher, und Unterkünfte gibt es für fast jedes Budget. Wenn es aber einen Punkt gibt, bei dem ich niemals sparen würde, dann ist es die Wahl des Veranstalters. Die gesamte Safari hängt davon ab. Das betrifft Komfort, Sicherheit und den Gesamteindruck der Reise.
Das heißt nicht, dass man den teuersten Anbieter wählen muss. Sehr günstige Angebote sollte man aber meiden. Billige Veranstalter sparen oft an wichtigen Stellen. Dazu zählen die Ausbildung und Bezahlung der Mitarbeiter sowie die Wartung der Fahrzeuge.
Das kann dazu führen, dass man mit einem unerfahrenen Guide unterwegs ist. Oder nur mit einem Fahrer, der wenig Englisch spricht, kaum Kenntnisse über Tiergebiete hat und Fahrregeln im Park nicht ernst nimmt.
Auch der Transport spielt eine große Rolle. Safaris finden in speziell umgebauten Geländewagen statt, meist mit aufklappbarem Dach für gute Sicht. Man verbringt täglich drei bis acht Stunden im Fahrzeug. Deshalb ist es wichtig, dass der Anbieter seine Fahrzeuge gut wartet und regelmäßig erneuert. Sonst drohen unbequeme Sitze, eine defekte Klimaanlage oder sogar eine Panne mitten in der Savanne.
So sollte es sein: ein modernes Safari-Fahrzeug mit bequemen Sitzen, Klimaanlage, einem Kühlschrank mit Getränken und Lademöglichkeiten für elektronische Geräte. Begleitet wirst du von einem professionellen, erfahrenen Guide, der Englisch spricht. Er erzählt über Tiere, Landschaft und die Kulturen Afrikas und weiß genau, wo die Chancen am größten sind, die einzelnen Arten zu sehen.
Weniger bekannte Safari-Parks sind genauso gut
Rund 30 Prozent der Fläche Tansanias bestehen aus Nationalparks, Reservaten und anderen geschützten Gebieten. Eine Safari ohne Serengeti, Ngorongoro oder Tarangire ist kaum vorstellbar. Trotzdem lohnt es sich, über die bekannten Namen hinauszuschauen. In Tansania gibt es viele weitere Orte, darunter weniger bekannte Parks mit großartiger Tierwelt und einer ruhigeren, ursprünglicheren Safari.
Einer davon ist der Arusha-Nationalpark nahe der Stadt Arusha. Er gehört zu den wenigen Parks in Tansania, in denen man eine Safari zu Fuß machen kann. Man beobachtet Tiere direkt im Gelände. Der Weg führt durch dichten tropischen Wald und hinein in den Krater des Mount Meru. Es gibt keinen steilen Aufstieg, da ein Teil des Vulkans vor langer Zeit eingestürzt ist und einen natürlichen Zugang geschaffen hat.
Ein weiteres oft unterschätztes Highlight ist der Mkomazi-Nationalpark. Er wurde zwar erst 2008 offiziell zum Nationalpark erklärt, doch eines der erfolgreichsten Schutzprojekte für Spitzmaulnashörner in Afrika läuft hier bereits seit 1997. Das Gebiet war lange für Besucher geschlossen, ist aber seit 2019 wieder zugänglich. Neben Nashörnern kann man hier alle Mitglieder der Big Five sehen sowie Giraffen, Geparden, Zebras und viele weitere Tiere. Übernachten kann man im Mkomazi Wilderness Retreat, einem Camp mit gemütlichen Zimmern und weitem Blick über die Landschaft.
Eine gute Safari dauert mindestens vier Tage
Meiner Erfahrung nach genießt man eine Safari am besten ohne Zeitdruck. Nicht in ein oder zwei Tage gepresst und nicht als Abfolge von Nationalparks mit ständigem Hotelwechsel. Man sieht so nicht mehr Tiere. Stattdessen ist man müde von langen Fahrten, ständigem Packen, Warten auf Transfers und dem Einchecken in immer neue Lodges.
Eine Safari ist eine echte Reise, nicht nur Tage im Geländewagen. Dazu gehören auch ruhige Nachmittage am Pool, Picknicks in der Savanne und Abendessen bei Sonnenuntergang in gemütlichen Lodges. Wer etwas Besonderes einbauen möchte, kann eine Ballonfahrt buchen, ein Massai-Dorf besuchen, eine Kaffeeplantage besichtigen oder sogar einen Ausritt machen. Und wenn man an einem Tag einfach in der Lodge bleiben, sich ausruhen und ausschlafen möchte, ist das völlig in Ordnung.
Man muss sich auch nicht auf einen einzigen Ort beschränken. Je nach Reisedauer sind zwei bis vier Nächte pro Lodge sinnvoll.
Die Vorbereitung auf die Safari beeinflusst den Komfort
Vergiss Modetrends. Die Savanne folgt eigenen Regeln. Wind und Staub sorgen dafür, dass weiße Kleidung und Schuhe schnell schmutzig werden. Schwarz und Dunkelblau ziehen zudem Tsetsefliegen an. Am besten eignen sich Hellgrün, Beige und Khaki. Dabei ist wichtig: Khaki ist nicht mit militärischer Tarnkleidung gleichzusetzen. Tarnmuster sind in Tansania nicht erlaubt.
Entscheidend sind Komfort und Flexibilität. Packe ein paar T-Shirts ein, einige langärmlige Oberteile oder Hemden, eine leichte Jacke für kühle Morgen und Abende, Shorts und luftige Hosen. Ein Badeanzug oder eine Badehose ist für den Pool sinnvoll. Dazu kommen Hut oder Kappe und ein Buff, denn Pirschfahrten können tagsüber heiß und staubig sein. Als Schuhe eignen sich Turnschuhe für die Fahrten. In der Lodge sind Flip-Flops oder Sandalen ideal.
Eine Safari findet weit entfernt von Städten und Apotheken statt. Deshalb sollte die Reiseapotheke alles enthalten, was man brauchen könnte. Dazu gehören Schmerzmittel, Mittel gegen Magenprobleme, Medikamente gegen Malaria (nach Rücksprache mit dem Arzt), Antihistaminika bei Allergien, Tabletten gegen Reiseübelkeit, Verbände, Desinfektionsmittel und Desinfektionstücher. Wer mit Kindern reist, sollte auch passende Medikamente für sie mitnehmen. Weitere wichtige Dinge sind Insektenschutzmittel und Sonnenschutz.
Bargeld kann in der Savanne nützlich sein
Nimm US-Dollar mit. Die Scheine sollten nicht vor 2009 ausgegeben worden sein. Viele Hotels akzeptieren inzwischen nur noch Kartenzahlung. In Cafés und Restaurants ist Bezahlen mit Karte meist problemlos möglich. Trotzdem ist es sinnvoll, etwas Bargeld dabeizuhaben. Karten können gesperrt sein, Terminals funktionieren nicht immer, und es kann zu unerwarteten Situationen kommen.
Bargeld brauchst du auch für Trinkgelder. Üblich ist es in folgenden Fällen:
- In Restaurants und Hotels, bei gutem Service und freundlicher Betreuung, meist 10 bis 15 Prozent der Rechnung
- Für den Safari-Guide, bei guter Tierbeobachtung, Erklärungen während der Fahrten und allgemeiner Betreuung, in der Regel 30 bis 50 US-Dollar pro Fahrzeug und Tag
- Für Mitglieder der Massai-Gemeinschaft bei einem Dorfb esuch, meist 70 bis 100 US-Dollar. Dort kann man auch handgefertigte Souvenirs kaufen.
Safari ist eher eine Expedition als ein Resorturlaub
Diese Art von Reise führt weit weg vom Stadtleben. Auch wenn die Nationalparks gut auf Besucher eingestellt sind, unterscheiden sich die Bedingungen deutlich vom gewohnten Alltag. Das bedeutet ganz praktisch ein paar einfache Dinge:
- Schließe unbedingt eine Reiseversicherung ab. Sie ist schon bei einem Strandurlaub wichtig, auf Safari aber noch mehr. Schwere Unfälle sind sehr selten, und ich habe persönlich noch nie davon gehört. Trotzdem sollte man kein Risiko eingehen. Eine medizinische Evakuierung aus einem Nationalpark kann mehrere Tausend Dollar kosten. Die Behandlung in einem Krankenhaus kommt noch dazu.
- Gehe sorgfältig mit Wasser um. Trinke nur abgefülltes Wasser und benutze es auch zum Waschen von Obst.
- Achte auf saubere Hände. Desinfektionsgel oder -tücher sind vor allem vor dem Essen sehr hilfreich.
- Rechne mit Tieren in der Nähe der Lodge. Nachts kommen sie manchmal nah heran und machen ungewohnte Geräusche. Das ist kein Grund zur Sorge. Tiere sehen Menschen nicht als Beute. Versuche nicht, sie zu vertreiben oder mit ihnen zu interagieren. Am sichersten ist es, sie aus der Entfernung zu beobachten.
- Stelle dich auf eingeschränkten Strom ein. Viele Lodges und Camps nutzen Generatoren oder Solarenergie. Strom ist daher oft begrenzt verfügbar. Geräte mit hohem Verbrauch wie Föhne oder Bügeleisen funktionieren nicht immer. Wenn dir das wichtig ist, kläre es am besten vorab mit deinem Veranstalter.
Die Savanne folgt ihrem eigenen Rhythmus
Die beste Zeit für Pirschfahrten und Fotografie ist früh am Morgen, von 6:30 bis 9:30 Uhr, und am späten Nachmittag, von 16:00 bis 18:30 Uhr. Das Licht ist dann weicher, und die Tiere sind aktiver, weil es kühler ist. Früh aufzustehen klingt im Urlaub nicht besonders verlockend. Trotzdem empfehle ich sehr, die morgendlichen Fahrten nicht auszulassen.
Gegen 10:00 bis 10:30 Uhr bringt dich der Guide meist zurück zur Lodge. Dort bleibt Zeit für ein Nickerchen, das Mittagessen und etwas Ruhe, bevor es am Abend wieder losgeht. Man sollte bedenken, dass es morgens und abends in der Savanne kühl sein kann. Eine Jacke oder ein leichter Pullover sind daher sinnvoll.
In einigen Parks kann man gegen Aufpreis auch an einer Nachtsafari teilnehmen. Wenn dein Guide das vorschlägt, sag ja. Diese Fahrten dauern meist zwei bis drei Stunden und beginnen nach 19:00 Uhr. Nach Sonnenuntergang lassen sich Tiere beobachten, die man tagsüber kaum sieht. Dazu gehören zum Beispiel Weißschwanzmangusten, Zibetkatzen, Ginsterkatzen oder Stachelschweine.
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