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Betrug in Tansania

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Lesezeit: 4 Min.
Über Tansania Über Tansania

Betrugsmaschen in Tansania

Jeder möchte, dass im lang erwarteten Urlaub nichts und niemand die gute Stimmung trübt. Doch im Urlaub entspannen Sie sich, die gewohnte Wachsamkeit lässt nach; in einem fremden Land kommt oft Unsicherheit hinzu – wegen Sprachbarrieren oder weil lokale Gepflogenheiten unbekannt sind. Genau das nutzen verschiedene Betrüger aus, die in jedem touristisch erschlossenen Land vorkommen. Tansania bildet hier keine Ausnahme. Tatsächlich zählt die Kriminalitätsrate in Tansania zu den niedrigsten in Ostafrika (die Kriminalitätslage in Russland ist zum Beispiel deutlich problematischer). Die Einheimischen begegnen den vielen Reisenden meist freundlich. Die meisten sind friedliche, tief religiöse Menschen, die die Gebote der Bibel oder des Korans achten. Da der Lebensstandard im Land jedoch vergleichsweise niedrig ist, überrascht es nicht, dass der jährlich wachsende Zustrom ausländischer Reisender auch Menschen anzieht, die durch Betrug oder Spekulation Geld verdienen wollen.

Die Tricks lokaler Betrüger sind allerdings meist so einfach, dass aufmerksame Reisende sie gut erkennen können. Im Folgenden finden Sie die häufigsten Betrugsmaschen gegenüber Reisenden und Hinweise, wie Sie in unangenehmen Situationen reagieren.

Betrug beim Geldwechsel


Eine klassische Betrugsmasche sind Geldwechsler auf der Straße, die Reisende mit einem attraktiven Kurs locken und sie anschließend übervorteilen oder schlicht mit dem Geld verschwinden.

Fazit: Wechseln Sie niemals Geld auf der Straße. Dafür gibt es Banken und Wechselstuben mit festen, nachvollziehbaren Kursen. Eine weitere Möglichkeit ist die Abhebung am Geldautomaten; dabei erhalten Sie den entsprechenden Betrag automatisch in lokaler Währung. Am besten erledigen Sie das zu zweit: Eine Person konzentriert sich auf den Geldwechsel, die andere beobachtet die Umgebung und weist bei Bedarf aufdringliche freiwillige „Helfer“ ab.

Guides, Wachleute und andere „Helfer“


Die Freundlichkeit der Einheimischen kann in banale Erpressung umschlagen. Ein lächelnder Tansanier zeigt Ihnen bereitwillig den Weg, begleitet Sie zum Ziel oder empfiehlt eine angeblich beste Agentur für Ausflüge oder eine günstige Safari. Anschließend verlangt er nachdrücklich Geld für seine „Dienste“.

Lösung:

  • In der Regel handelt es sich schlicht um Erpressung. Lehnen Sie solche Angebote konsequent ab, unabhängig von strahlendem Lächeln und aufdringlicher Höflichkeit. Am besten ignorieren Sie solche Personen und lassen sich nicht auf Gespräche ein.
  • Wenn es zu Drohungen oder Beschimpfungen kommt, kündigen Sie an, die Polizei zu rufen. Meist endet das Gespräch dann.
  • Lassen Sie sich nicht zu empfohlenen Reiseagenturen lotsen, da Sie sonst leicht bei illegal arbeitenden Anbietern landen. Keine seriöse Firma nutzt zweifelhafte Werbung durch solche „Helfer“. Auch wenn die Preise auf den ersten Blick attraktiv wirken, ist die Qualität der Leistungen meist sehr niedrig. Denken Sie daran: In der Regel bekommen Sie genau das, wofür Sie bezahlt haben – falls Sie überhaupt etwas bekommen.

Kontakt mit Polizei und Behörden


Die Masche läuft so ab: Ein angeblicher Polizist hält Reisende an und verlangt Ausweisdokumente. Danach behauptet der Täter, es gebe Verstöße gegen Einreisebestimmungen, und der Reisepass verschwindet in der Tasche des vermeintlichen Gesetzeshüters. Zurück erhalten Sie ihn dann nur gegen eine „Strafe“ von etwa 300–500 US-Dollar.

So vermeiden Sie den Betrug:

  • Wenn Sie nichts Illegales getan haben, hat die Polizei normalerweise keinen Anlass, sich für Sie zu interessieren. Die Beamten wissen sehr genau, wie wichtig der Tourismus für das Land ist, und halten Besucher nicht grundlos für Durchsuchungen oder Kontrollen an.
  • Polizei und Einwanderungsbehörde sind unterschiedliche Stellen. Wenn Sie die Grenze nach Tansania passiert haben, ist Ihr Visum grundsätzlich geprüft; zusätzliche Kontrollen auf offener Straße sind nicht üblich. Kündigen Sie an, die echte Polizei zu rufen, und behalten Sie Ihren Pass bei sich.
  • Bewahren Sie vorsichtshalber kein Geld bei Ihren Dokumenten auf; eine unnötige Demonstration Ihrer Zahlungsfähigkeit hilft niemandem. Originale können Sie an einem sicheren Ort lassen (zum Beispiel in unserem Büro von Altezza Travel) und Kopien mitführen.

Diebstahl auf der Straße


Davor ist niemand vollständig geschützt; achten Sie daher besonders auf diesen Punkt. In den Regionen Moshi und Arusha erfolgen Diebstähle meist von Motorrädern aus: Täter reißen Schultertaschen oder Kameras weg oder entreißen das Mobiltelefon. Vermeiden lässt sich das relativ einfach: Nutzen Sie geprüfte Taxis oder tragen Sie Taschen nicht auf der zur Straße gewandten Seite, wo sie leicht gegriffen werden können.

Ein weiteres häufiges Szenario betrifft deutlich angetrunkene Reisende, die nachts zu Fuß von einer Bar zu ihrem Hotel zurückgehen. Lokale Diebe können sie angreifen, mit Macheten drohen, Wertsachen an sich nehmen und nicht selten Verletzungen verursachen. Taxidiebstähle kommen vor allem in Dar es Salaam vor; aus Moshi oder Arusha ist uns kein solcher Fall bekannt. Wachsamkeit bleibt dennoch wichtig, besonders wenn Sie über Dar es Salaam nach Sansibar weiterreisen. Straßentaxis können Reisende in abgelegene Stadtteile bringen, wo sie ausgeraubt werden. Wertsachen und Geld sind dann meist weg; körperliche Gewalt bleibt in der Regel aus, solange Sie keinen Widerstand leisten. Auch offizielle Taxis können betroffen sein: Im Stau dringen mitunter mehrere Bewaffnete ins Fahrzeug ein und nehmen vor allem Bargeld mit. Schützen können Sie sich, indem Sie Fenster schließen und die Türen verriegeln.

Solche Fälle sind selten, doch ein Risiko lohnt sich nicht: Die Vorsichtsmaßnahmen sind einfach und verlangen keinen besonderen Aufwand.

Seien Sie aufmerksam, dann bleibt Ihre Reise nach Tansania mit vielen schönen Erinnerungen verbunden.

Veröffentlicht am 11 September 2021
Redaktionelle Standards

Alle Inhalte auf Altezza Travel entstehen auf Basis fachkundiger Einschätzungen und sorgfältiger Recherche – im Einklang mit unseren Redaktionsrichtlinien.

Über den Autor
Marvin Derichs

Marvin Derichs, Reiseberater von Altezza Travel mit Sitz in Deutschland, lebte 7 Jahre in Tansania, bevor er ins verschneite Schleswig zurückkehrte.

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