Manche Menschen kommen nach Sansibar, um einen ruhigen Strandurlaub am Indischen Ozean zu verbringen. Andere möchten die lokale Kultur und die vielschichtige Geschichte von Stone Town kennenlernen. Vor der Reise stellen sich jedoch viele dieselbe Frage: Ist Sansibar sicher? Kurz gesagt: ja. Diese Inselregion von Tansania gehört weiterhin zu den ruhigsten und sichersten Orten in Ostafrika. Dennoch gilt wie überall auf der Welt: Ihre Sicherheit hängt stark davon ab, ob Sie lokale Regeln einhalten und grundlegende Vorsichtsmaßnahmen beachten.
In diesem neuen Artikel gehen wir auf die wichtigsten Sicherheitsfragen ein, die Reisende vor einem Besuch der Insel haben können.
Kriminalität auf der Insel
Taschendiebstahl und insbesondere Raubüberfälle sind auf dem Archipel selten, kommen aber vereinzelt vor. Deshalb ist es ratsam, sich abends in Städten und an den Stränden Sansibars besonders aufmerksam zu verhalten. Fairerweise gilt diese Vorsicht beim Reisen überall auf der Welt, auch in Europa oder in den Vereinigten Staaten.
„Von Januar bis Dezember 2024 wurden auf Sansibar insgesamt 1.855 Eigentumsdelikte registriert. Zum Vergleich: Allein in Berlin wurden im selben Zeitraum 223.586 Diebstähle und 5.121 Raubdelikte erfasst. In Paris wurden 2024 insgesamt 312.090 Eigentumsdelikte verzeichnet.
Rechnet man die Zahlen auf die Bevölkerungsgröße um, wird der Unterschied noch deutlicher: Auf Sansibar kommen etwa 98 solcher Straftaten auf 100.000 Einwohner. In Berlin sind es rund 6.200 Fälle, in Paris fast 15.000.“
Das Risiko, in Schwierigkeiten zu geraten, ist höher, wenn Sie zum Beispiel am Flughafen selbst nach einem Taxi suchen, statt einen Transfer über Ihren Reiseveranstalter oder Ihr Hotel zu nutzen. In solchen Fällen besteht die Gefahr, an einen betrügerischen Fahrer zu geraten und Opfer von Diebstahl oder Raub zu werden. Körperliche Gewalt ist sehr unwahrscheinlich, Einschüchterung jedoch möglich. Ein solcher Fehler kann schnell zum Verlust von Geld und Wertsachen führen.
Allein reisende Frauen ziehen oft Aufmerksamkeit von lokalen Männern auf sich. In der Regel besteht kein Grund zur Sorge. Meist hängt das Interesse mit dem Versuch zusammen, Ausflüge oder Souvenirs zu verkaufen. Manchmal entwickelt sich aus einer scheinbar harmlosen Bekanntschaft jedoch ein klassischer Betrug: eine kurze Romanze, weiterer Kontakt nach der Abreise und später Bitten um Geld, etwa für eine „kranke Mutter“, einen „Unfall“ oder ein „abgebranntes Haus“. Bleiben Sie aufmerksam. Jedes Jahr fallen viele Menschen auf dieses Vorgehen herein.
Gesundheit
Ist Sansibar aus gesundheitlicher Sicht sicher? Die Insel gilt seit Langem als eines der angenehmsten und entspanntesten Ziele für einen tropischen Urlaub. Das liegt nicht nur an der niedrigen Kriminalitätsrate, sondern auch an der gesundheitlichen Situation für Reisende. Die hygienischen Bedingungen sind stabil, und eine grundlegende medizinische Versorgung ist verfügbar.
Impfungen
Für Reisen nach Tansania allgemein und nach Sansibar im Besonderen sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Empfohlen wird in der Regel ein Standardimpfschutz: Typhus, Hepatitis A, Tetanus, Diphtherie, Polio und in manchen Fällen Meningitis.
Sich während einer ein- bis zweiwöchigen Reise anzustecken, ist sehr unwahrscheinlich. Dennoch ist Vorsicht sinnvoll. Beachten Sie, dass einige Impfungen rechtzeitig erfolgen müssen. So wird die Polio-Impfung mindestens vier Wochen vor der Abreise empfohlen, während Hepatitis A zwei Impfungen im Abstand von sechs Monaten erfordert.
Eine Besonderheit betrifft das Gelbfieber. Die Impfung selbst ist nicht verpflichtend. Reisen Sie jedoch aus einem Land ein, in dem Gelbfieber vorkommt, müssen Sie bei der Einreise nach Sansibar einen gültigen Impfnachweis vorlegen.
Malaria
Nach Angaben der WHO hat Sansibar Malaria nahezu vollständig zurückgedrängt. Heute tritt die Krankheit auf der Insel nur noch sehr selten auf. Es gibt schnelle Diagnosesysteme, und die Bevölkerung ist gut über Vorsorgemaßnahmen informiert. Die aktuelle Prävalenz liegt unter 1 %. Damit gehört Sansibar zu den erfolgreichsten Regionen Afrikas im Kampf gegen Malaria.
Für Reisende ist das Infektionsrisiko sehr gering. Dennoch empfiehlt es sich, Mückenschutzmittel zu verwenden und unter einem Moskitonetz zu schlafen. Das sind übliche Vorsichtsmaßnahmen in den Tropen.
„Was die gesundheitlichen Standards betrifft, gehört Sansibar zu den sichersten Regionen in Afrika. Malaria ist nahezu vollständig verschwunden und in touristischen Gebieten praktisch ausgerottet. Es gibt zahlreiche private Kliniken für den Fall, dass medizinische Hilfe nötig ist. Wichtig ist lediglich eine gute Reiseversicherung.“ – Diossina17 auf Reddit
Medizinische Versorgung auf der Insel
Erkältungen, Durchfall oder leichte Infektionen lassen sich auf Sansibar problemlos behandeln. Apotheken sind weit verbreitet, vor allem in touristischen Gegenden. Es reicht aus, eine kleine Reiseapotheke mitzunehmen. Alles Weitere kann vor Ort leicht gekauft werden.
Die Qualität der medizinischen Einrichtungen verbessert sich von Jahr zu Jahr. Dennoch ist das Angebot teilweise noch eingeschränkter als in Europa oder Nordamerika. Bei schweren Erkrankungen kann eine Verlegung auf das tansanische Festland notwendig sein.
Versicherung
Auch wenn Sie nicht tauchen oder kitesurfen möchten, ist es sinnvoll, eine zuverlässige Versicherung zu wählen, die Sie in schwierigen Situationen unterstützt. Bei Altezza Travel empfehlen wir Global Rescue und IMG Insurance. Diese Kombination bietet ein hohes Maß an Sicherheit und Ruhe. Beachten Sie, dass lokale Ärzte häufig auf eine Kostenübernahme durch die Versicherung warten, bevor sie mit der Behandlung beginnen.
Seit dem 1. Oktober 2024 gilt auf Sansibar zudem eine verpflichtende Versicherungsgebühr. Jeder ausländische Besucher muss diese bei der Einreise nach Unguja (Sansibar) oder auf die Insel Pemba bezahlen. Die Kosten betragen 44 US-Dollar für Erwachsene und 22 US-Dollar für Kinder unter 18 Jahren. Die Zahlung kann online über eine spezielle Website erfolgen. Sie füllen ein kurzes Formular aus, bezahlen und erhalten einen QR-Code, den Sie bei der Passkontrolle vorzeigen.
Die Versicherung ist ab dem Einreisedatum 92 Tage gültig. Sie deckt medizinische Notfälle, Evakuierungen, verlorenes Gepäck und einige weitere unvorhergesehene Kosten ab.
Verkehrssicherheit
Bitte beachten Sie, dass auf Sansibar Linksverkehr herrscht. Autos, Motorräder und Dala-Dala-Minibusse passieren sich oft mit sehr geringem Abstand, überholen in den Gegenverkehr hinein und führen plötzliche Fahrmanöver aus. Häufig nutzen Fahrer dabei ihr Mobiltelefon. Die Straßen sind teilweise in schlechtem Zustand, Fahrbahnmarkierungen fehlen oft, und Bodenwellen tauchen unvermittelt auf. In der Folge sind Verkehrsunfälle die häufigste Ursache für schwere Verletzungen und Todesfälle.
Um das Risiko im Straßenverkehr zu verringern, sollten Sie Fahrten immer über Ihr Hotel organisieren. Dort kann man Ihnen einen zuverlässigen Fahrer empfehlen oder ein offizielles Taxi bestellen.
Wie sicher sind Essen und Wasser auf Sansibar?
Viele Reisende fragen sich, ob Essen und Wasser auf Sansibar sicher sind. Tatsächlich ist die Insel seit Langem auf Tourismus eingestellt. Die anhaltende Beliebtheit Sansibars bei Reisenden spricht für insgesamt gute Standards bei der Lebensmittelsicherheit.
Dennoch gelten grundlegende Vorsichtsmaßnahmen. Trinken Sie möglichst nur abgefülltes Wasser. In guten Hotels werden leistungsstarke Filtersysteme genutzt, sodass auch Eiswürfel in Cocktails unbedenklich sind. Restaurants sind in der Regel zuverlässig. Je höher das Niveau des Lokals, desto sicherer ist meist auch die Küche. In lokalen Cafés und auf dem Nachtmarkt von Forodhani sollten Sie aufmerksamer sein. Wählen Sie frisch zubereitete, heiße Speisen, besonders bei Fleisch und Meeresfrüchten.
Kulturelle Regeln
Sansibar ist eine muslimisch geprägte Insel. Rund 99% der Bevölkerung sind Muslime. Bitte respektieren Sie während Ihres Aufenthalts die lokalen Traditionen und kulturellen Regeln.
- Kleidung. Außerhalb von Hotelanlagen müssen Schultern und Knie bedeckt sein, sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Seit 2021 gibt es Geldstrafen ab 700 US-Dollar für zu freizügige Kleidung in der Öffentlichkeit. Diese Regel gilt nicht innerhalb von Resorts oder an deren Stränden. Bei Altezza Travel haben wir keine Fälle erlebt, in denen Touristen tatsächlich bestraft wurden. Dennoch halten wir es für wichtig, lokale Gepflogenheiten zu respektieren.
- Ramadan. Fällt Ihre Reise in den Fastenmonat, dessen Termine sich jedes Jahr ändern, sollten Sie tagsüber in der Öffentlichkeit weder essen noch trinken oder rauchen. Dies gilt für alle Bereiche außerhalb von Resortanlagen.
- Fotografie. Fragen Sie immer um Erlaubnis, bevor Sie Menschen fotografieren. Gleiches gilt für Moscheen und religiöse Zeremonien. Das Fotografieren von Polizisten, militärischen Anlagen und Flughäfen ist verboten und kann zur Beschlagnahmung der Ausrüstung und zu längeren Befragungen führen.
- Alkohol und Verhalten. Trinken Sie Alkohol nur in Hotels sowie in lizenzierten Bars und Restaurants. Alkoholkonsum auf der Straße, an öffentlichen Stränden außerhalb von Resorts oder in Verkehrsmitteln ist untersagt. Alkohol am Steuer, Rauchen in öffentlichen Bereichen und jegliche Drogen sind streng verboten. Öffentliche Küsse und Umarmungen sollten auf Hotelanlagen beschränkt bleiben.
Gibt es gefährliche Tiere auf Sansibar?
Auf Sansibar gehen von Wildtieren praktisch keine ernsthaften Gefahren aus. In Küstennähe gibt es keine großen Haie, da Korallenriffe als natürliche Barriere wirken. Die größten Risiken im flachen Wasser sind Seeigel, scharfe Korallen und gelegentlich Stachelrochen. Man kann versehentlich auf einen Seeigel treten oder sich an Korallen schneiden, daher ist Vorsicht geboten. Angriffe von Stachelrochen sind äußerst selten. Sollte es dennoch dazu kommen, ist ärztliche Hilfe erforderlich, da das Gift Schmerzen und Schwellungen verursacht.
Um Risiken zu minimieren, sollten Sie einige einfache Regeln beachten:
- Gehen Sie am Strand und im flachen Wasser nur mit Badeschuhen.
- Schwimmen Sie nicht zu weit hinaus, da die Strömungen stark sein können.
- Achten Sie auf die Gezeiten, die auf Sansibar deutlich ausgeprägt sind.
- Lassen Sie persönliche Gegenstände am Strand nur unter Aufsicht zurück.
- Mieten Sie Schnorchel- und Tauchausrüstung ausschließlich bei seriösen Anbietern mit gutem Equipment und qualifizierten Guides.
Schlangen kommen selten vor und sind meist harmlose grüne Baumschlangen. Giftige Arten wie Kobras sind äußerst selten und leben in der Regel in ländlichen oder bewaldeten Gebieten. Um auf der sicheren Seite zu bleiben, sollten Sie nicht barfuß durch hohes Gras gehen und sich nachts nicht in dichtes Buschwerk begeben.
Erzählungen über große Raubtiere wie den Sansibar-Leoparden existieren heute nur noch in lokalen Geschichten. Nach offiziellen Angaben sind sie auf der Insel seit Langem ausgestorben.
Ist Sansibar sicher für Alleinreisende?
Jedes Jahr reisen Zehntausende Menschen allein nach Sansibar. Alleinreisende bewegen sich selbstständig über die Insel, wohnen sowohl in Luxusresorts als auch in einfachen Hostels, nehmen an organisierten Ausflügen teil und entspannen an den Stränden, ohne Probleme zu erleben. Das gilt für Männer ebenso wie für Frauen. Die Einheimischen sind an den Tourismus gewöhnt und treten Besuchern meist freundlich und offen gegenüber.
Ein hohes Sicherheitsniveau bedeutet jedoch nicht, dass grundlegende Reiserichtlinien ignoriert werden können. Diese gelten weltweit in den meisten Ländern:
- Bewahren Sie Wertsachen im Hotelsafe auf und nehmen Sie unterwegs nur eine Bankkarte und kleine Mengen Bargeld mit.
- Zeigen Sie teure Geräte möglichst nicht offen, besonders nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln oder an stark frequentierten Orten.
- Meiden Sie nachts dunkle, abgelegene Gassen und verlassene Strände.
- Buchen Sie Ausflüge nur bei vertrauenswürdigen Anbietern mit Bewertungen und erfahrenen Guides.
Insgesamt ist Sansibar ein sehr gutes Reiseziel für Alleinreisende. Die touristische Infrastruktur ist gut ausgebaut, Städte sind leicht zu erkunden, es gibt Unterkünfte für nahezu jedes Budget, und innerhalb von Resortanlagen können Sie sich vollkommen sicher und entspannt fühlen.
Fazit
Sansibar gehört zu den ruhigsten und gastfreundlichsten Reisezielen in Ostafrika. Wenn Sie die oben genannten einfachen Regeln beachten, ist das Risiko für Probleme nahezu null. Zur Orientierung hier die wichtigsten Kontakte:
- Polizei: 112 oder 999
- Notfallmedizinische Versorgung: Die Nummer variiert je nach Klinik. Fragen Sie Ihr Hotel nach der nächstgelegenen Einrichtung und nach Unterstützung beim Transfer.
- Touristenpolizei: im Einsatz in Stone Town und am Flughafen.
Kommen wir zur Schlussfrage: Ist eine Reise nach Sansibar sicher? Für die meisten Reisenden ist die Antwort klar. Mit grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen gibt es kaum Grund zur Sorge.
Für einen angenehmen Aufenthalt sollten Ausflüge nur über seriöse Anbieter gebucht werden. Vertrauenswürdige Unternehmen lassen sich meist leicht erkennen: Sie arbeiten mit klaren Preisen, lizenzierten Guides, bieten rund um die Uhr Unterstützung und verfügen über viele echte Bewertungen. Seien Sie vorsichtig bei Personen, die Touren direkt am Strand oder auf der Straße anbieten.
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