Der Jozani-Wald ist Teil des einzigen Nationalparks Sansibars, des Jozani-Chwaka-Bay-Nationalparks, auf der Hauptinsel Unguja. Dieses üppig grüne Gebiet ist das letzte große zusammenhängende Waldareal des Archipels, das Jahrzehnte intensiver Abholzung überstanden hat. Hier gibt es tropische Buschlandschaften und Mangrovensümpfe. Sie bieten Lebensraum für eine große Vielfalt an Tieren und Vögeln, darunter endemische Arten, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Der Jozani-Wald ist oft Teil von Reiserouten für Besucher von Sansibar und dem tansanischen Festland. In diesem Artikel findest du alles Wichtige für den Besuch dieses Nationalparks.
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Wo liegt der Jozani-Wald und wie kommt man dorthin?
Der Jozani-Wald liegt etwa 35 km südöstlich von Stone Town, zwischen den Dörfern Chwaka und Kibele. Reist man von der Südostküste an, zum Beispiel vom Jambiani Beach, beträgt die Entfernung rund 30 km. Die Fahrt dauert etwa 40 bis 45 Minuten. Von Stone Town aus ist man etwas länger unterwegs, etwa eine Stunde. Den Park erreicht man mit einem Mietwagen, per Taxi oder mit einem Dala-Dala, dem lokalen Minibus.
Öffnungszeiten und Kontakt
- Der Park ist täglich von 7:30 bis 17:00 Uhr geöffnet. Der letzte Einlass ist um 16:30 Uhr.
- Telefon: +255 (777) 428033
- E-Mail: [email protected]
Was man im Jozani-Wald auf Sansibar sehen kann
Der Jozani–Chwaka-Bay-Nationalpark ist ein UNESCO-Biosphärenreservat und steht auf der Tentativliste der UNESCO für eine mögliche Aufnahme als Welterbestätte. Auf einer vergleichsweise kleinen Fläche von 50 km² bestehen mehrere Ökosysteme nebeneinander: dichter tropischer Wald, Mangrovenbestände und Feuchtgebiete. Dieses vielfältige ökologische Gefüge bietet Lebensraum für Dutzende Arten von Vögeln, Säugetieren und Schmetterlingen. Innerhalb dieser großen Artenvielfalt stechen einige seltene Arten besonders hervor. Sie gelten als die eigentlichen „Stars“ des Jozani-Waldes.
Sansibar-Stummelaffe
Der Sansibar-Stummelaffe (Piliocolobus kirkii) ist das wichtigste Symbol des Jozani-Waldes. Diese Unterart kommt ausschließlich auf der Insel Unguja vor. Man erkennt sie leicht an dem rötlichen Fell auf Rücken und Schwanz, dem dunklen, ausdrucksstarken Gesicht und dem langen Schwanz. Schätzungen zufolge umfasst der Bestand etwa 5.000 bis 6.000 Tiere. Ein großer Teil davon lebt im Jozani-Wald.
Der Sansibar-Stummelaffe gilt als stark gefährdet. Hauptgründe sind die weitreichende Abholzung und die frühere Verfolgung durch den Menschen. Lange Zeit glaubten lokale Bauern, diese Affen brächten Unglück, und töteten sie gezielt. Das führte zu einem starken Rückgang der Population. Auch deshalb scheiterten Versuche, die Tiere auf die Nachbarinsel Pemba umzusiedeln. In vielen Fällen gab es Widerstand aus der lokalen Bevölkerung.
Diese Unterart ist auch unter dem Namen „Kirk-Stummelaffe“ bekannt. Sie wurde nach dem britischen Naturforscher John Kirk benannt, der die Art als Erster wissenschaftlich beschrieben hat.
Am besten lassen sich die Tiere am frühen Morgen oder am späten Nachmittag beobachten, wenn sie besonders aktiv sind. Wichtig ist ein Mindestabstand von 3 Metern. Näherer Kontakt ist sowohl für Besucher als auch für die Tiere gefährlich.
Sansibar-Sykes-Meerkatze
Die Sansibar-Sykes-Meerkatze (Cercopithecus mitis albogularis) ist eine Unterart der Blaumeerkatze und ein weiterer auffälliger Primat auf Sansibar. Verwandte Populationen leben auch auf dem ostafrikanischen Festland. Die Tiere auf Sansibar gelten jedoch oft als eigene Inselunterart. Sie haben rauchgraues Fell, einen großen weißen Fleck auf der Brust und auffällige, bernsteinfarbene Augen.
Im Gegensatz zu den eher gelassenen Stummelaffen, die Menschen oft kaum beachten, sind Sykes-Meerkatzen deutlich vorsichtiger. Sie halten sich bevorzugt im Schatten auf und meiden Wege, die häufig von Besuchern genutzt werden. Dieses Verhalten ist typisch für Waldgebiete. In der Nähe von Hotels zeigen sie sich jedoch ganz anders. Dort betreten sie offen zugängliche Zimmer und stehlen häufig Essen von Gästen. Die Kirk-Stummelaffen hingegen nähern sich Menschen nie von selbst und halten auch in Bereichen mit regelmäßigem Kontakt Abstand.
Diese Affen sind tagaktiv und kommen nur selten vom Baum herunter. Über ihre soziale Struktur ist weniger bekannt als bei anderen Unterarten der Blaumeerkatze. Forschende gehen jedoch davon aus, dass ihr Verhalten dem ihrer Verwandten auf dem Festland ähnelt. Sie bewegen sich meist innerhalb klar abgegrenzter Reviere und folgen einer festen Rangordnung innerhalb der Gruppe.
Galagos
Galagos sind kleine nachtaktive Primaten. Im Jozani-Wald erkennt man sie leicht an ihren riesigen Augen, den großen beweglichen Ohren und ihrer beeindruckenden Sprungkraft. Sie gelten oft als einige der schönsten Tiere der Welt.
Galagos sind vor allem nachts aktiv. Tagsüber schlafen sie meist gut verborgen in den dichten Baumkronen. In der Dämmerung kommen sie heraus, um Insekten, Samen und Früchte zu jagen. Einen Galago zu entdecken ist schwierig. Gegen Ende der Öffnungszeit des Parks sehen manche Besucher jedoch ihre Silhouetten oder hören ihre charakteristischen Rufe. Diese erinnern entfernt an das Weinen eines Babys. Wegen dieser ungewöhnlichen Laute und ihres niedlichen Aussehens werden sie oft als Buschbabys bezeichnet.
Zanzibar Butterfly Centre
Unweit des Jozani-Waldes liegt das Zanzibar Butterfly Centre (ZBC), eines der wichtigsten Ökoprojekte der Insel. Dieser übernetzte tropische Garten befindet sich in der Nähe des Dorfes Pete und beherbergt Dutzende Schmetterlingsarten, darunter viele seltene Endemiten. Besucher können alle Entwicklungsstadien beobachten, von Eiern und Raupen bis hin zu Puppen und ausgewachsenen Schmetterlingen.
Das ZBC besteht seit 1998. Es wurde als gemeindebasiertes Sozialprojekt auf Grundlage eines nachhaltigen Ökotourismus-Modells gegründet. Dutzende lokale Bauern, überwiegend Frauen, arbeiten hier. Sie ziehen Eier und Puppen auf und verkaufen sie an das Zentrum.
Ein geführter Besuch dauert etwa 30 bis 40 Minuten.
Sansibar-Leopard
Eine der geheimnisvollsten Geschichten Sansibars ist mit dem Sansibar-Leoparden (Panthera pardus adersi) verbunden. Einheimische berichten bis heute von seltenen Begegnungen mit diesem Raubtier. Wissenschaftliche Belege für seine Existenz gibt es jedoch seit 1995 nicht mehr. Der Jozani-Wald und die umliegenden Gebiete gelten als die einzigen möglichen verbliebenen Lebensräume.
Die meisten Informationen über eine mögliche Anwesenheit von Leoparden stammen aus den 1990er-Jahren. Sie wurden von den Anthropologen Martin Walsh und Hella Goldman gesammelt. Sie befragten Anwohner, hielten Berichte über Begegnungen fest und untersuchten die Einstellung der Bevölkerung gegenüber diesen Tieren. Konkrete Beweise konnten jedoch nie erbracht werden.
Im Jahr 2018 reiste der amerikanische Biologe und TV-Moderator Forrest Galante mit dem Filmteam der Serie „Extinct or Alive“ nach Sansibar. Im Nationalpark installierte Kamerafallen zeichneten über mehrere Wochen nichts auf. In einer Aufnahme war jedoch kurz ein Tier zu sehen, das einem Leoparden ähnelte. Einige Wissenschaftler zeigten sich skeptisch. Das Auftauchen einer großen Katze im Wald konnte jedoch auch nie eindeutig widerlegt werden.
Wie eine Tour durch den Jozani-Wald auf Sansibar abläuft
Die Tour beginnt am Eingang des Nationalparks. Der Eintritt kostet etwa 10 US-Dollar pro Person und beinhaltet einen Guide. Der genaue Preis sollte vorab bei der Parkverwaltung bestätigt werden. Es gibt kurze Rundgänge von etwa einer Stunde sowie längere Spaziergänge. Das Gelände ist flach, und die maximale Höhe liegt bei unter 50 Metern über dem Meeresspiegel. Eine besondere körperliche Vorbereitung oder Ausdauer ist daher nicht nötig.
Begegnung mit den Stummelaffen
Der erste Halt ist der Bereich entlang der Straße. Dort werden die Sansibar-Stummelaffen am häufigsten gesehen. Sie bewegen sich ruhig durch die Bäume, überqueren die Straße und kommen manchmal recht nah heran. In dieser Zeit erklärt der Guide ihr Verhalten, ihre Lebensweise und die Schutzprobleme, mit denen sie konfrontiert sind.
Dschungelspaziergang
Nach der Beobachtung der Affen führt die Route tiefer in den Wald hinein. Hier eröffnet sich eine typische tropische Landschaft. Alte Bäume wachsen auf Korallenböden, die Vegetation ist dicht, die Luft warm und feucht. Während des Spaziergangs erläutert der Guide, wie dieses komplexe Ökosystem entstanden ist, warum der Wald für die Insel so wichtig ist und welche Pflanzenarten hier vorherrschen.
Mangrovenbestände
Die Tour endet mit einem Spaziergang über Holzstege durch die Mangrovensümpfe. Dieser Abschnitt gilt als der ungewöhnlichste Teil des Besuchs. Verschlungene Mangrovenwurzeln umgeben den Weg, unter den Füßen fließt Wasser, und entlang des Stegs lassen sich oft seltene tropische Vögel beobachten.
Der Jozani-Wald auf Sansibar ist ein Rückzugsort für viele bedrohte Tier-, Vogel- und Pflanzenarten. Für Reisende bietet er eine seltene Gelegenheit, die Tierwelt Sansibars so zu erleben, wie sie vor Hunderten von Jahren aussah.
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